1984: "Frag' doch mal den Leiter vom Jugendheim am Wasserturm, ob der einen Proberaum für euch hat!" riet die Mutter ihrem Sohn. So wurde der Grundstein für den wahrscheinlich schönsten Proberaum Krefelds gelegt ... und darauf folgend die lange Band-Geschichte von AUF ACHSE. Nach langen Jahren autodidaktischer Musikalienerlebnisse und diversen Banderfahrungen aller beteiligten Musiker erhielt Dieter Hauschild (Sado) im Sommer 1984 erstmals die Schlüssel für ein ehemaliges Klassenzimmer in der alten Hauptschule Hüls, Cäcilienstraße 15. Heute Jugendheim am Wasserturm mit "Türmchen"-Disco.

Mit Thomas Gibat (git) und wechselnden Musikern richtete man sich wohnlich ein und bastelte Songs, die nie die Aussenwelt erreichten.

Schon 1985 dann die Wende: Auf eine Anzeige hin meldeten sich Norbert Reichenberg (voc), Frank Richter (keyb) und Joachim Wollmann (b), die gerade ihre Hardrock-Band "Meanstreak" verlassen hatten.

Ab jetzt ging es Schlag auf Schlag: Der Name AUF ACHSE (ein Songtitel der damaligen Hülser Band "Futschyama") wurde gefunden und eine Menge eingängiger Deutschrock-Songs wurden geboren, die meist erst über Norberts akustische Klampfe dargeboten wurden. Die damals schon sehr versierten Gitarristen Thomas Gibat und Jockel Gartz (Vorbilder Van Halen, Toto etc.) machten abgehende Rockstücke daraus.

Norberts außergewöhnlich witzige Texte ("Prinzessin ohne Erbsen" , "Susi aus der Zone", "Die Sau zuckt noch", "Paul war schon da") sorgten direkt nach dem 1. Gig am 09.11.85 im damaligen Musikermekka Kulturfabrik für einen eigenen Fanclub, der sich zuerst aus den Jugendlichen des Jugendheims formierte.

T-Shirts wurden bedruckt, das AUF ACHSE-Logo prangte an allen Ecken und ständig war Besuch im Proberaum.

Große Unterstützung bis heute erhielt die Band von Jugendheimleiter Dieter Breitfeld. Selbst Fan der Band sorgte er für viele Gigs und wohltuende Komplimente.

2 CDs mit eigenen Stücken wurden produziert.

1987 stösst der Bassist Uli Gartz ("kleiner" Bruder von Jockel) zur Band; dieses Basis-Trio Thomas, Uli und Dieter bildet bis heute das Grundgerüst von AUF ACHSE.

Man versteht sich prima, weitere 2 CDs werden aufgenommen und man absolviert viele Gigs in Krefeld und Umgebung.

Der Fanclub vergrößert sich und zieht der Band hinterher. Unvergessen sind die vollbesetzte Straßenbahn und heranstömende Pulks mit AUF ACHSE-Bannern, die einer Demo glichen sowie Autogramme auf blanke Busen und sogar AUF ACHSE-Tätowierungen. "Sado, Sado"-Rufe kamen aus dem weiblichen Publikumssektor ... er kümmerte sich um die Fans, während er sogar 2 Jahre im Proberaum wohnte und bekam das eine oder andere Mädel ab ... heute allerdings nicht mehr, die Zeit hat Kerben hinterlassen.

Zuverlässiger Teil der Truppe war UND IST ES WIEDER seit 2005: Techniker+Mixer+Freund Herbert (Das Ohr) Klöters, der bei technischen Problemen die Ruhe behielt.

Im Gegensatz zu Drummer Dieter, der immer ungeduldig und treibend auf die Band einwirkte.

Die Gitarreros Thomas und Jockel waren ein Freundes-Team, keiner spielte sich in den Vordergrund, sie ergänzten sich solo- und rhythmusmässig virtuos. Sie lebten auch die Anfänge des PC-Zeitalters, schon damals langweilten uns die ewigen Diskussionen über Turbo-Pascal und Commodore ... was wir allerdings heute bereuen. Denn sie sind jetzt unangefochten die Spezialisten auf diesem Gebiet.

Nach den Proben gab es "Black Bread" (Frikos mit Mayonnaise) und man blödelte herum. Das war Tradition.

Frank "Ritchie" Richter sagte nie viel, doch wenn, war es von trockenstem Humor geprägt. Auch wenn es oft so schien, als wäre er geistig abwesend, machte der sympathische Keyboarder zuverlässig seinen Job und steuerte die modernen Sounds bei.

Basser Uli (immer fleißig zu Gunsten aller Musiker) und Trommler Sado sind bis heute enge Freunde, ihr musikalisches Zusammenspiel erfolgt "blind" und ohne große Worte.

Sänger Norbert, immer gut gelaunt und immer eine freche Antwort parat, schüttelte die Songs und Texte nur so aus seinem Kopf.

Um 1992 werden bei Norbert und Jockel Familien gegründet und im Job waren sie stärker gefordert ... die Musik trat in den Hintergrund. Thomas, Uli und Sado machten weiter mit der damals parallel laufenden Band "Rainer auf der Höh" unter Sänger Volkmar Tellke und Keyboarder Guido Lewerentz.

Der Zuspruch von außen ermöglichte mit freundlicher Unterstützung des Jugendheims den Ausbau des Proberaums auf die doppelte Größe. Mit viel Engagement und Sorgfalt entsteht ein Wohnzimmer-Proberaum, der wohl seinesgleichen sucht: Alles, was das Musikerherz begehrt, sogar DSL-Anschluss. Hier hat die komplette Band sogar 1 Woche Urlaub verbracht incl. kochen, um eine weitere CD aufzunehmen. Der Proberaum ist bis heute auch am Wochenende privater Treffpunkt der Musiker(familien).

Sänger Volkmar, der agilste Musiker aller Zeiten, er sprang unaufhörlich in seinem schwarzen Stretch-Anzug über die Bühne, verstarb 1997, unter anderem an Diabetes.

Keyboarder Rainer Klaßen wurde über eine Anzeige für AUF ACHSE gefunden. Witzigerweise brachte er zu seiner 1. Probe eine Wersi-Orgel mit. Wir machten ihm klar, daß wir moderne Rockmusik spielen möchten. Schon auf seiner 2. Probe (mit seinen Keyboards) entstand das treibende Rockstück "Am Arsch der Welt" mit modernen eingängigen Bläsersätzen, ein Vorbildstück für die darauffolgende Zeit. Er war engagiert und passte hervorragend zur Band und zum trockenen AUF ACHSE-Humor.

Man traf sich nicht nur zur Probe, eine Menge Reisen wurden gemacht, nach England, Schweden, Frankreich...

...USA... und diverse Ferienhäuser litten unter den meist alkoholischen Auswüchsen.

Während dieser Jahre begann bei AUF ACHSE die lange Sänger-Suche. Unzählige Anzeigen wurden geschaltet und unzählige "Sänger" in den Proberaum geladen. Es war ein bischen wie "Deutschland sucht den Superstar", unglaublich, wer sich da alles für einen Sänger hielt, absolute Nieten und meist untere Mittelklasse waren da vertreten. Aber auch ein tchechoslowakischer Sänger, der mit einem dolmetschenden Freund auftauchte und gesangs- als auch gitarrentechnisch alle in den Schatten stellte. Wir schickten ihn in seine Profi-Liga zurück. Etwa 1 Jahr war der Ire Martin Livingstone (Bild links) bei AUF ACHSE.

So gingen 3 Jahre ins Land und mittlerweile war unsere Sänger-Suche zum Hobby geworden, bis ... bis 1997 ein kleiner eher unscheinbarer Mann seinen Kopf durch die Proberaumtüre steckte: "Hallo, ich bin Rainer!" Nach unseren Erfahrungen dachten wir schon, was mag sich da jetzt wieder für ein Idiot vorstellen ... und dann blieb uns der Atem im Halse stecken. Rainer Pasch, so heißt er, gab "Bed of Roses" von Bon Jovi zum Besten. Seine Stimme deckte bis dahin im Amateurbereich ungehörte glasklare Gesangshöhen ab. Wir waren begeistert. Endlich einer, der singen kann ... und wie!
Doch eigene Stücke waren nicht Rainers Ding. Die AUF ACHSE-Coverband wurde geboren!

Durch Rainers hohe Stimme ergab sich die Möglichkeit, anspruchsvolle Stücke zu covern, die nicht jede Band bieten kann: Toto, Meat Loaf, Michael Jackson, Queen, Europe, Bon Jovi z.B. sowie auch Songs weiblicher Interpreten wie Blondie, Cher und Tina Turner. Oder sogar Modern Talking. Aber auch der Witz durfte nicht fehlen, man puschte alte deutsche Schlager auf und brachte sie auf hörbare Rockversionen.

Im übrigen zieht sich eine Premisse durch das AUF ACHSE-Leben: Bloß nicht zu ernst nehmen! Früher marschierten wir im Gänsemarsch und einem Nudelsieb auf dem Kopf auf die Bühne und machten uns zu Deppen, aber der "Zaun" zum Publikum war mit einem Schlag gebrochen ... und die Show ging los.

Bei einem Bandurlaub nach österreich bekamen wir Sänger Rainers Pass in die Hände: Rainer Theo Pasch. Seitdem heißt er Theo, was ihm gar nicht passt.

Als sich 2001 parallel Uli und Sado´s 2. Band "Lewinsky" bildet, wächst ein neuer Techniker heran: Hans Ferfers, wie Raoul bis dahin treuer Roadie über 10 Jahre. Hans mischte AUF ACHSE bis 2004.

Marcel: Zwischenzeitlich Hauptsänger und dann mit Theo ein tolles Gesangsteam bildete für ca. 2 Jahre Marcel, damals optisch als auch stimmlich Bon Jovi in Person...heute ist er aber Allroundsänger.

Eine Menge Gigs werden absolviert, 3 davon in der bereits schon legendären Hülser Rocknacht, bis im September 2002 unser Keyboarder Rainer Klaßen bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Er war ein toller, lieber Freund, 11 Jahre bei AUF ACHSE.

Wir mussten also von vorne beginnen und mit dem 3. Keyboarder, der sich vorstellte, hatten wir das Glück, im Juni 2003 unseren lieben Kay Ibach (Künstlername Kay Board) in die Band aufzunehmen. Er spielte bis dahin bei "Enjoy". Kay sorgte nach 20 Jahren AUF ACHSE endlich für diese Website. Er ist bis heute unser kreativer Webmaster ;-)

20 Jahre war ein Riesen-Grund für uns zu feiern: 18.12.2004 Auf Achse "alt" und "neu".
2006 stoßen der Keyboarder Markus Genath und die Sängerin Sabine Ott zur Band. Markus kommt aus der Oberliga der Musikergilde und hat alles drauf, was das Cover-Herz begehrt: Von den Flippers (ohwei!) über die Klassik, über die Kirchenorgel bis hin zum von uns angestrebten perfekten Rocksound. Sabine ergänzt mit ihrer genialen Solo- und Backgroundstimme Theos Gesang hervorragend.

Im September 2007 zieht der erfahrene Keyboarder Klaus Scheuer in den Proberaum ein. Er ist seit 1968(!) bei der allseits bekannten Krefelder Formation "Idea" und erfrischt mit traumhaft guten Sounds und seinem ausgeprägt trockenem Humor das AUF ACHSE- Bandgefühl.
Klaus gibt Ende 2010 sein Abschiedskonzert mit uns nach 3 Jahren tollen Bandzusammenhalts, vor allem seine nette Art und seine Wortgefechte mit Theo brachten in jeder Probe außergewöhnlich viel Spaß!
Er wollte nun einfach kürzer treten und hielt unsere Band solange aufrecht, bis ein neuer Keyboarder gefunden wurde.

Markus Grewe heißt dieser und übernahm das Keyboard-Zepter offiziell ab Januar 2011.
Ein toller, sympathischer Kerl, er sagte uns direkt nach der 1. Probe zu, was für ein Glück, es ist wahrlich nicht einfach, so gute Keyboarder zu finden.
Die AUF-ACHSE-History geht mit ihm ins 27. Jahr....

Markus muß beruflich in seine Heimat zurück nach Soest.

Es gelingt uns, unseren lieben Klaus zu "reanimieren" und seinen Rentenantritt 20 Jahre nach hinten zu verschieben, somit ist die alte eingespielte Formation wieder zusammen.

Im April 2014 kommt Keyboarder Mick Schneiders zu uns und fügt sich direkt perfekt und humorvoll in das Bandgebilde ein.
So schnell wie niemand zuvor schafft er sich unser Songrepertoire drauf, sodass wir nur ein paar Wochen später unser 1. Konzert geben können.Er ist übrigens kein Unbekannter...spielte er doch sein halbes Leben bei der bekannten Krefelder Band "Update". Welcome to the Club, Mick!!

Der AUF ACHSE-Stil bleibt: Anspruchsvolle Coversongs, treibende, moderne, peppige Rockmusik.

Stolz können wir behaupten, daß kein einziger Gig bisher ein Reinfall war. Obwohl man die Erfahrung, vor am Tisch sitzenden, essenden Leuten zu spielen, nicht unbedingt wiederholen muß, haben wir tolle Erinnerungen: an die Kulturfabrik, den Stadtwald, die Krefelder Rennbahn, das Zirkuszelt, die Rheinfähre vor tausenden von Leuten, an die vielen Jugendheim-Gigs, die Sport- und Stadtfeste, die Kneipen-Events und Open-Air-Auftritte...

20 Jahre lang schleppten viele, viele Helferlein (Roadies) unsere Boxen und Instrumente. Und das weitestgehend aus Spaß an der Freud. 1 Million Dank an Euch!!!

Ebenso vielen Dank an die vielen Gastsänger und -sängerinnen, Tanzgirls und sonstige Spaßbringer.